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Wittke will geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid verbieten

Seit fast einem Jahr wird im Deutschen Bundestag über den Umgang mit der Beihilfe zum Suizid (Selbsttötung) diskutiert. Der Gelsenkirchener CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Wittke hat sich jetzt entschieden: er wird einen Gruppenantrag unterstützen, der geschäftsmäßigen assistierten Suizid unter Strafe stellen soll.

„Ich will nicht, dass mit Selbsttötung Geschäfte gemacht werden, wie dies beispielsweise Herr Kusch in Hamburg mit seinem Verein zur Sterbehilfe tut. Und ich will auch nicht, dass Menschen in verzweifelten Situationen aufgrund fehlender Zuneigung oder aufgrund von Schmerzen aus dem Leben scheiden wollen“, begründet der Christdemokrat seine Position. Deshalb seien für ihn auch die in dieser Woche auf den Weg gebrachte Verbesserung der Palliativ- und Hospizversorgung sowie die Stärkung der Pflege von besonderer Bedeutung. „Besonders vor dem Hintergrund, dass etwa zwei Drittel aller Suizide älterer Menschen in Deutschland auf eine depressive Erkrankung zurückzuführen sind, erachte ich die kommerzielle Suizidbeihilfe als völlig verfehlten Ansatz. Ich sehe hier unsere Gesellschaft als Ganzes gefordert!“

Bewusst hat Wittke allerdings einem weiteren Gruppenantrag seine Unterstützung versagt, der jegliche Form der Suizidbeihilfe unter Strafe stellen will. „Gerade im besonderen engen Näheverhältnis in Familien und in Ausnahmesituationen auch bei Ärzten darf kein neuer Straftatbestand begründet werden“, lehnt der CDU-Politiker diese Extremposition ebenso ab, wie die gleichfalls vorgeschlagene völlige Freigabe der Suizidbeihilfe.

Wittke hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv unter anderem in Gesprächen mit Medizinern, Juristen und Geistlichen sowie Vertretern der Hospizbewegung eine Meinung zu dem Thema gebildet.

„Am Ende ist es eine Gewissensfrage, wie sie selten im Bundestag zu beantworten ist. Daher ist es gut, dass es bei der Abstimmung im November keine Fraktionsdisziplin geben wird“, erklärte der Unionsabgeordnete.