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Oliver Wittkes Ziel ist die Wiederwahl

Gelsenkirchen.   Oliver Wittke ist in Berlin angekommen. Zwei Jahre sind vorüber, 2017 wird wieder gewählt. Sein Ziel ist die Wiederwahl.

Oliver Wittke ist in Berlin angekommen, im doppelten Sinn: Der 48-Jährige Politiker aus Bülse fühlt sich nicht nur in seiner neuen Rolle als Bundestagsabgeordneter der CDU pudelwohl , „ich finde auch Berlin als Stadt sehr erlebenswert, wenn man sich mal abseits der üblichen touristischen Angebote bewegt“, sagt er in einem Gespräch mit der WAZ zur Mandats-Halbzeit. Zwei Jahre sind vorüber, 2017 wird wieder gewählt. Für den Christdemokraten ist das Ziel klar. Er möchte auch im 19. Deutschen Bundestag seinen Platz finden.

Was ihn, der schon einige Ämter inne hatte, an der Hauptstadt, an der Arbeit als MdB besonders reizt: „Es ist die Möglichkeit, zu gestalten. Das hat eine ganz andere Qualität, wenn man an der Erarbeitung von Gesetzen mitwirkt. In der Landespolitik liegt das Hauptaugenmerk ja doch mehr auf dem Feld der Ausführung.“

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages, erläutert Wittke beispielhaft einen der Vorteile, habe mal auf seine Anfrage hin, binnen 14 Tagen ein exzellentes Rechtsgutachten zum Thema Straßenbau in Deutschland erarbeitet. „So etwas gibt es sonst nirgendwo.“

Eine großer Gänsehaut-Effekt
Auch der Aspekt „Gänsehaut“ unter der Reichstagskuppel sei nicht zu unterschätzen, sagt er. „Wenn Wolf Biermann in der Feststunde zu 25 Jahren Mauerfall die Linkspartei beschimpft, da geht einem schon das Herz auf“, erzählt Wittke lächelnd. Sehr beeindruckend fand er auch die Rede des polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski. 75 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges durch den Angriff der Deutschen auf Polen sagte der in einer Gedenkstunde im Bundestag: „Deutsche und Polen können stolz auf ihre Aussöhnung sein.“

Doch nicht alles ist Gold, was da in der Hauptstadt zu glänzen versucht. „Man muss sich abgrenzen können“, hat Oliver Wittke gelernt. „Würde man alle Termine wahrnehmen, die an einen herangetragen werden, wäre man verloren.“ Auch an die vielen ritualisierten Prozesse, die es gebe, habe er sich erst gewöhnen müssen. Etwa an die in Stein gemeißelten Redefolgen in Ausschüssen.

In die Türkeipolitik eingearbeitet
Doch alles in allem, so Wittke über Wittke, habe er sein Feld gefunden. Im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und im Unterausschuss Kommunales könne er seine Erfahrung gut einbringen. „Außerdem habe ich mich intensiv in das Thema Türkeipolitik eingearbeitet. Kaum jemand weiß etwa, dass die Türkei bisher 1,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak aufgenommen hat.“

Das Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen spielten am Platz der Republik 1 zudem eine große Rolle für ihn: „Die NRW-Landesgruppe zählt deutlich über 60 der 311 CDU-Abgeordneten. Außerdem bin ich Sprecher der 18 Abgeordneten aus dem Ruhrgebiet. Da haben wir selbstverständlich vor Augen, was nötig ist. Deshalb haben wir, an der Stelle gemeinsam mit den Kollegen von der SPD, ja auch wesentlich auf das Investitionspaket für finanzschwache Kommunen gedrängt.“

Quelle: WAZ Gelsenkirchen│28.08.2015│07:00 Uhr│Autor: Friedhelm Pothoff