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Oliver Wittke MdB: Millionenförderung für Hassel

Bundeswirtschaftsministerium fördert Reallabor für Fernwärme

Eine Projektidee, wonach auf dem Gelände auf der ehemaligen Kokerei in Gelsenkirchen Hassel ein sogenanntes Reallabor der Energiewende entstehen soll, hat sich heute als einer von 20 bundesweiten Vorschlägen im Rahmen eines Wettbewerbs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie durchgesetzt. Für die heute von Bundesminister Peter Altmaier vorgestellten Projekte, darunter das Projekt TransUrban NRW, welches auch einen Standort in Gelsenkirchen Hassel hat, können nun Projektanträge gestellt werden. TransUrban NRW transformiert die Wärmeversorgung an fünf Standorten in Nordrhein-Westfalen.

„Ich freue mich, dass auch in Gelsenkirchen die Energiewende vorangetrieben wird. Die Förderinitiative des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt traditionsreiche Energieregionen dabei, eine nachhaltige energie- und industriepolitische Perspektive zu entwickeln. Deshalb hat die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ Reallabore als wichtige Maßnahme für die vom Strukturwandel betroffenen Regionen vorgeschlagen. Mit dem Wettbewerb wird dies in Angriff genommen“, so der Gelsenkirchener Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Oliver Wittke.

Bisher werden die von der Kohle geprägten Regionen oftmals über Fernwärmenetze versorgt. Im Reallabor setzt das Konsortium auf Wärmenetze der 5. Generation, die erneuerbare Energien und Abwärme auf allen Temperaturniveaus einbinden. Wärmenetze der 5. Generation fungieren als eine Energieplattform für “Prosumer” – also für Verbraucher, die sowohl Energie nutzen als auch selber bereitstellen, etwa über ihre Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach. Der notwendige Erzeugungsmix für die Wärme- und Kältebereitstellung kann bei diesen Wärmenetzen aus fossilen und CO2-freien Erzeugungskapazitäten synthetisiert werden. Dies ermöglicht einen schrittweisen Umbau von der heutigen fossilen Erzeugung in eine strombasierte und zunehmend regenerative Wärme- und Kältebereitstellung. Im Zuge des Kohleausstiegs wandelt sich damit die Rolle des klassischen Fernwärmeversorgungsunternehmens zu Energieplattformanbietern für Wärme, Kälte, Strom und Mobilität.

Für die Projekte stellt das Bundeswirtschaftsministerium jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung. Um den besonderen Stellenwert traditioneller Energieregionen für das Energiesystem der Zukunft zu unterstreichen, hat das Bundeskabinett in den Eckpunkten für ein Strukturstärkungsgesetz vom 22. Mai 2019 bereits beschlossen, für Reallabore in Strukturwandelregionen zusätzliche 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.