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Brief aus Berlin Nr. 5/2019

Seit Ende 2018 streiken Schülerinnen und Schüler in Deutschland im Rahmen der Initiative „Fridays For Future“ für einen radikaleren Klimaschutz. Mittlerweile ist aus der Initiative eine weltweite Bewegung geworden. Sie wünschen sich, dass die Politik ihnen zuhört, erkennt, wie wichtig zeitnahes Handeln ist und die nötigen Maßnahmen ergreift, um mehr für die Einsparungen von Kohlenstoffdioxid zu tun. Ich schätze das Engagement der Schülerinnen und Schüler sehr und nehme ihre Anliegen ernst. Sie wissen genau, dass sie selbst nicht alle Folgen bestimmter Forderungen abschätzen können. Aber sie treiben uns an und das ist gut so.

Deutschland ist weltweit Vorreiter beim Klimaschutz. Wir stehen für eine Umwelt- und Klimapolitik, die die Bewahrung der Schöpfung und den Schutz von Ressourcen mit wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung erfolgreich verbindet und bekennen uns klar zu den im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens vereinbarten Klimazielen.

Wenn wir bis zum Jahre 2038 aus der Kohleverstromung austeigen, dann ist das ein gewaltiger Kraftakt. Arbeitsplätze müssen gesichert werden, Strom muss weiterhin bezahlbar bleiben und die Energieversorgung sichergestellt werden. Wichtig ist, dass wir einen gesellschaftlichen Konsens finden.

Unsere Bemühungen können aber nur dann erfolgreich sein, wenn nicht nur Deutschland sich an das Abkommen von Paris hält, sondern andere Länder mitziehen. Geht nur unser Land voran, reichen unsere Bemühungen für ein gutes Gewissen – mehr nicht.