Beitrag

Brief aus Berlin Nr. 20

Neben der Gesetzgebungsroutine und dem politischen Ringen von Regierungs- und Oppositionsfraktionen, beschäftigt sich der Bundestag immer wieder auch mit ethischen Grundsatzfragen, in denen die üblichen Mechanismen zurücktreten. Dazu gehört ohne Zweifel die Debatte um eine Neuregelung bei der Organspendepraxis.

Im Mittelpunkt steht hier die Frage, wie mehr Spender gewonnen werden können, um schwerkranken Menschen zu helfen, die zwingend auf ein Spenderorgan angewiesen sind.

Es gibt auf der einen Seite diejenigen, die zu einer Widerspruchslösung kommen wollen – Folglich alle zu potenziellen Organspendern machen wollen, die nicht ausdrücklich widersprechen. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die Ängste haben vor einer Organentnahme nach ihrem Tod ohne ausdrückliche Zustimmung haben. Die nicht zum medizinischen Objekt werden möchten.

In einer solchen Abwägung gibt es kein einfaches “falsch” oder “richtig”. Vielmehr müssen wir einen gesamtgesellschaftlichen Konsens herausarbeiten, indem wir alle Einwände und Hoffnungen zu Wort kommen lassen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die die Abgeordneten sehr ernst nehmen. In dieser Woche hat die Suche nach dem besten Weg begonnen.